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8. Tag: Freier Tag in Plettenberg

 Unser freier Tag. Herrlich endlich ausspannen, nichts tun – nein!

Auch heute wird ein fakultatives Programm angeboten. Wer nicht gar zu sehr dem Müßiggang frönen will, kann es heute sportlicher haben. Die im Westen der Bucht vorgelagerte Halbinsel "The Robberg" (mit Nature and Marine Reserve) ist mit ihren phantastischen Dünen, paradiesischen Stränden und einsamen Felsspitzen, zu deren Füßen mitunter Robben spielen - daher der Name - ein herrliches Wandergebiet.

Vorher heißt es für Silvia und mich allerdings noch Kabine ausräumen und Gift sprühen. Eine Ameisenkolonie hat sich unter unserer Matratze eingenistet, eine ganz normale Geschichte eigentlich, wenn man mit einem Campingwagen in Afrika unterwegs ist, aber die Reisenden in der Tour vor uns müssen da mordsmäßige Aufzüge veranstaltet haben. Es trifft halt immer die oberste Kabine hinter dem Kochabteil und das ist nun mal unsere.Robbenisland Plettenberg

Rund 2/3 der Mitreisenden nehmen das Ausflugsprogramm wahr, ich bin dabei. Man wird richtig süchtig nach Abwechslung und neuen Eindrücken in diesem Land. Ich kann und will nichts verpassen. Silvia dagegen will es sich etwas gemütlicher machen und bleibt auf dem Campingplatz.

 Es werden zwei Routen angeboten, eine kürzere und einfachere und, na klar, eine längere und schwerere. Ich entscheide mich für die kürzere, nicht dass ich es mir nicht zugetraut hätte, aber ich will die Gelegenheit auch nutzen nach Walen Ausschau zu halten.

Bei herrlichem Sonnenschein und rund 27 Grad fährt uns Sepp vor Ort. Die Halbinsel ragt wie ein Zeigefinger ins Meer. Wanderwege führen an den Seitenklippen entlang und man hat jederzeit herrliche Ausblicke auf das Meer und Plettenberg Bay.

 Die Wanderung dauert fast 3 1/2 Stunden und teilweise ist eine ganz schöne Kraxelei notwendig. Einige Mitreisende haben sich zuviel zugemutet und müssen umkehren. Aber es hat sich wirklich gelohnt. Wir sehen Robben und Wale. Mitten auf der Halbinsel befindet sich eine etwas versteckte Höhle in der Überreste von menschlichen Besiedlungen gefunden wurden, die mehr als 100.000 Jahre alt sind. In der Nähe des Busparkplatzes werden in einem kleinen Besucherzentrum (nicht bewacht, unglaublich) einige der Fundstücke im Original ausgestellt – wirklich sehr interessant, aber man muss schon ganz schön gut Englisch sprechen, um wirklich alles verstehen zu können.

 Gegen 12.30 Uhr holt uns Sepp mit dem Bus wieder ab – und es wartet eine echte Überraschung auf uns. Die zurückgebliebenen Frauen haben zum Mittagessen auf dem Campinglatz ein richtiges Buffet mit Tomaten, Gurken, Zwiebeln, Käseplatten, Knoblauch- und Kräuterbutter gezaubert. Na also es geht doch.Kaltes Buffet bei Rotels

 Den Nachmittag gestalte ich mit einem längeren Ausflug zum herrlichen Strand vor unserem Campingplatz. Natürlich nutze ich die Gelegenheit und jogge den ganzen Küstenabschnitt hier entlang. Die Begeisterung kennt fast keine Grenzen – ich behaupte ich habe noch nie einen so herrlich gelegenen Strand gesehen, wie hier. Nur eine kleine Einschränkung gibt es schon – Schwimmen ist hier lebensgefährlich, die starke Unterströmung treibt einen bis nach Madagaskar und Haifische soll es auch geben.

Das Abendessen nehmen wir heute im Restaurant ein, in dem wir am Abend vorher so schlecht behandelt wurden. Und siehe da, jetzt wo unsere Reiseleiterin dabei ist, wirft sich die "Schlampe" von gestern plötzlich vor Freundlichkeit weg.

Es gibt "Potjekos" eine südafrikanische Spezialität (rund 11 DM). Hierbei handelt es sich um einen schweren gusseisernen Dreifußtopf mit Henkel und Deckel, der auf das offene Feuer gestellt oder an einem eisernen Dreifuß über dem Feuer aufgehängt wird. Die ersten Treckburen (Eroberer im 17. Jahrhundert) hatten den Topf an ihrem Ochsenwagen hängen. Darin werden die Speisen in der Regel auf kleiner Flamme langsam gargekocht. Wir hatten die Variante mit geschichtetem Gemüse und Kudufleisch, eine Wildantilope, die etwas an Hirsch- oder Rehfleisch erinnert – sehr schmackhaft.

Es werden wirklich alle satt und die Stimmung ist rundum gut.

 

9. Tag: Entlang der Gardenroute

 Heute geht es schon um 7.30 Uhr los. Es steht uns die längste Etappe mit rund 600 Kilometern  bevor. Schade hier auf dem Campingplatz habe ich mich wirklich sehr wohl gefühlt. Eine einmalige Lage.

 Heute ist der Himmel etwas bedeckt und es ist rund 20 Grad warm. Unseren ersten Halt machen wir an der bekannten Paul Sauer Bridge. Beeindruckend ist es, auf der 192 m hohen Brücke zu stehen und die herrliche Aussicht über den Storms River zu genießen. Hier mitten im Tsitsikama National Park führen verschlungene Wanderpfade durch wunderbare Wälder mit Yellowwood-, Stinkwood- und Black Ironwood Bäumen entlang schöner Kliffs.

 Leider reicht es hier nur zu einer kurzen Pause, selbst Rotel kann in einem so riesigen Land nicht alles "mitnehmen". Aber egal, ich genehmige mir ein gigantisches "Forrestfrühstück", das wohl für ausgehungerte LKW-Fahrer gedacht ist mit Eier, Speck, Würstchen, Fleischsoße, gegrillten Tomaten, Toast, Marmelade und duftenden Filterkaffee – alles für etwas mehr als 5 DM.

 Weiter geht es durch eine relativ eintönige Landschaft, die etwas an den Hunsrück erinnert. Na ja, vielleicht liegt es auch am trüben Wetter. Gegen Mittag erreichen wir bei herrlichem Sonnenschein und rund 30 Grad Port Elisabeth, in der mit ca. 70.000 Einwohnern die sechstgrößte Stadt des Landes direkt am Indischen Ozean. Diese Stadt wird auch das "Tor zur Gardenroute" genannt, da hier viele Touren in dieses weltbekannte Natur- und Urlaubsgebiet losgehen. Besondere Sehenswürdigkeiten gibt es hier eigentlich nicht, deshalb streifen wir die Stadt auch nur.

 Der Bus setzt uns zu einem längeren Mittagsaufenthalt ab. Wir besuchen zunächst das Ozeanarium (Eintritt rund 4 DM). Bis auf die nette Vorführung mit den Delfinen lohnt es sich allerdings nicht besonders – aber für den Preis muss man's mitnehmen.Strand in Port Elisabeth

Mittagessen gibt es dann im Fischrestaurant "La Mediterranean" in der Nähe des Ozeanariums, das uns von unserer Reiseleiterin empfohlen wurde – und die wir natürlich dort auch trafen. Und die Fischplatte (Kingfish, Prawn, Muscheln, Tintenfisch,  alles auf dem Holzkohlegrill zubereitet, Gemüse und Reis), die ich dort gegessen hatte, versetzt mich heute noch in "Verzückung". Super frisch, klasse Qualität, riesige Portion und ein unglaublich günstiger Preis. Silvia isst eine sehr schöne Portion Thunfischsteak mit Beilagen.

 Mit zwei Bier und zwei Wasser bezahlen wir weniger als 40 DM zusammen! Die Bedienung ist sehr freundlich und aufmerksam, schöner Ausblick hoch über dem Hafen – und der Geschäftsführer verabschiedet uns noch per Handschlag. Sehr empfehlenswert!

Rundum zufrieden geht die Fahrt weiter ins Landesinnere. Wir durchfahren die ehemalige Ciskei. Dieses Gebiet und die Transkei bilden im Wesentlichen die heutige Provinz Ost Kap.

Im Vergleich zum West-Kap ist das Ost-Kap eine weitgehend unerschlossene Region mit 6.6 Mio. Einwohnern, ein großer Teil davon Xhosa. Die ehemaligen Homelands "Transkei" und "Ciskei" wurden in die Provinz eingegliedert. Die Provinz hat mit großer Armut zu kämpfen. Ein schweres Erbe der Apartheid.

 Aus dem Ost-Kap stammen übrigens wichtige Persönlichkeiten der Antiapartheidbewegung, wie Thabo Mbeki (der heutige Präsident und Weggefährte von Nelson Mandela) und Nelson Mandela selbst.

 Die Landschaft ist wiederum äußerst sehenswert. Wir durchfahren die noch wenig erschlossene "Wild Coast". Steile Felsklippen wechseln sich mit lagunenartigen Flussmündungen ab. Wären wir alleine mit dem Mietwagen unterwegs, würde man ständig zum  Fotografieren anhalten, wohl der größte Nachteil einer Busreise. So machen wir nachmittags planmäßig am Fishriver Stopp.

 Ein wirklich netter Fleck Land  mit vielen kleinen Lagunen, einsamen Stränden und bunten Ferienhäusern.

 Gegen 17.00 Uhr erreichen wir den Campingplatz "Palm Beach" am  Kidd`s Beach, einen kleinen einfachen Campingplatz an einer Flussmündung, die wieder in einer Lagune ausläuft. Vom Standard her einfach aber sauber, na ja, wir sind halt sehr verwöhnt mit ausgezeichneten Campingplätzen.

 Die Zufahrt zum Campingplatz ist eine echte afrikanische, staubige Buckelpiste; vorher bittet uns Inge alles was nicht "niet- und nagelfest ist" festzuzurren und das ist auch dringend notwendig.

 Zum Abendessen gibt es mal ein relativ üppiges Essen (Fleischbällchen, Zigeunersoße und Kartoffelbrei). Ich bekomme nichts mehr runter - nach der Fischplatte. Meine Portion bekommen die Hunde auf dem Campingplatz.Am Kids Beach

Vor dem Essen laufen wir noch einmal runter zum Strand. In der untergehenden Sonne kann man hier an einer kleinen Lagune wunderschöne Bilder machen.

Langsam stellen sich bei einigen Mitreisenden einige Unarten ein, z.B. reservieren diese abends vor dem Essen mit den roten Rotelbeuteln ihren Platz auf den Rotel-Bänken. Absoluter Schwachsinn hier ist doch Platz für alle. Auch das bei deutschen Urlaubern "beliebte" Drängeln bei der Essensausgabe ist immer öfter festzustellen.

Insbesondere morgens beim Frühstück, wenn das Wasser für Tee oder Kaffee bereitgestellt wird, füllen sich die "Herrschaften" ihre Thermoskannen ab und wer nur wenig später kommt, hat kein Wasser mehr für seine Tasse. Ich komme mir da teilweise vor wie in einem 3 Sternehotel auf Mallorca. Genau um diese Unsitten nicht zu erleben, haben wir doch den Rotel-Urlaub gebucht! Auch die Nachtruhe ab 22.00 Uhr, eigentlich eines der obersten Rotel-Gesetze, wird immer seltener eingehalten.

 Bei 40 Leuten muss man wohl sehr tolerant sein und das ist glaube ich die allerwichtigste Eigenschaft für einen gelungenen Rotel-Urlaub – ansonsten versaut man sich so eine schöne Reise selbst.

  

10. Tag: Ins „Schwarze Afrika“

 Heute steht wieder eine recht weite Strecke von rund 400 Kilometern auf dem Plan. Wir starten gegen 7.30 Uhr, was Aufstehen kurz nach 5.00 Uhr bedeutet. Davor hatte ich eigentlich die größten Bedenken gehabt, da ich zuhause meist erst 2 1/2 Stunden später aufstehe. Aber es ist unglaublich, wie schnell man sich an einen anderen Lebensrhythmus gewöhnt. Länger schlafen ist auch gar nicht drin, da die Geräusche von 40 aufwachenden Personen keine längere Nachtruhe zulassen. Auch das muss man sich vor einem Rotel-Urlaub überlegen.

 Bei bedecktem Himmel und rund 17 Grad geht es über East London ins Landesinnere in Richtung Kokstad. Hier beginnt wirklich das "Schwarze Afrika". Kaum noch ein Weißer ist auf den Straßen zu sehen. Kleine Rundhüttendörfer säumen die Landschaft, eine weite, grüne Graslandschaft, die intensiv mit Rinderzucht genutzt wird.

Diese Strecke wird von den meisten organisierten Touren aber auch von selbstorganisierten Reisen ausgespart. Eigentlich schade, hierdurch gehen wichtige Eindrücke über das Südafrika der Bevölkerungsmehrheit verloren. Dieses Gebiet ist auch gleichzeitig das Hauptsiedlungsgebiet der Xhosa, die mit rund 22 Prozent die zweitgrößte Bevölkerungsgruppe bilden.Im Landesinnern

Die etwas eintönige Fahrt am heutigen Tage "versüßt" uns Inge wieder einmal mit einer passenden Geschichte: Die Geschichte vom armen "Pfeifenmacher der Xhosa". Nur kurz wiedergegeben handelt es sich um einen armen Pfeifenmacher, der von seiner Frau Zeit seines Lebens terrorisiert wurde. Um ihr dann eine Freude zu machen, schnitzte er die schönsten Pfeifen, die man sich nur vorstellen konnte - aber die Frau ignorierte das und er verhungerte jämmerlich. Seine wunderschönen Pfeifen wurden aber gefunden und er wurde hierdurch ein Volksheld der Xhosa. Seine Frau wurde, wie es sich gehört, streng bestraft. Eine Geschichte, die jedes Kind in Südafrika kennt. Ich muss schon sagen, die Story ist fast jedem im Bus recht nahe gegangen – Inge hat sie aber auch wirklich hervorragend wiedergegeben.

Die Fahrt wird von einer Mittagspause bei Umtata an einer Shelltankstelle unterbrochen. Ich brauche nicht extra zu sagen, dass ich auch hier wieder ein vorzügliches Steak für wenig Geld gegessen habe.

Am Nachmittag machen wir noch eine kleine Pause mitten auf der Piste, da sich hier keine andere Gelegenheit ergibt. Sofort sind wir wieder von vielen Kindern umgeben, die wie Phantome aus dem Nichts auftauchen. Aber die Kleinen sind recht zurückhaltend und wundern sich wohl über das riesige Gefährt. Inge verteilt einige Postkarten vom Rotel-Bus, die sehr gut ankommen. Wir ärgern uns etwas, weil wir nicht einige Kleinigkeiten, wie Kugelschreiber oder Luftballons für die Kinder mitgenommen haben – bei der nächsten Fahrt.

 Gegen 16.30 Uhr erreichen wir  Kokstad, eine kleine Provinzstadt im Süden der Provinz Kwa Zulu-Natal. Hier leben wirklich fast ausschließlich "Schwarze" und die ganze Stimmung beim Durchfahren erinnert mich schon etwas an Mombassa. Wir übernachten auf dem städtischen Campingplatz. Inge hat uns schon gewarnt, dieser Campingplatz ist der "einfachste" auf unserer Reise.

 Das trifft zwar zu, aber insgesamt ist es wirklich zu ertragen. Betroffen macht, dass auch relativ viele Menschen fest auf dem Platz hier in völlig heruntergekommenen Wohnwagen wohnen müssen. Diese Leute können sich keine andere Unterkunft mehr leisten und sind wohl fast auf der untersten Stufe der Gesellschaft angekommen. Und nicht nur Schwarze. Immer mehr Weiße aus der ehemals gutsituierten Mittelschicht bekommen keine Arbeit mehr und fallen durch den "sozialen Rost", da durch staatliche Beschäftigungs- programme Farbige bevorzugt eingestellt werden.Abendessen in Kokstadt

Heute müssen auch die Sicherheitsvorkehrungen drastisch erhöht werden. Der Bus und der Vorbau des Rotels bleiben geschlossen. Inge hat einen Einheimischen angestellt, der unseren Bus nachts bewachen soll. Hierbei handelt es sich um einen echt heruntergekommenen, bemitleidenswerten Schwarzen, der im Ernstfall nur wenig ausrichten könnte. Aber das "arme Schwein" hat halt eine Aufgabe und bekommt hierfür ein paar Rand.

 Zum Abendessen gibt es frische Gemüsesuppe, Eier und Schmierkäse. Sepp hat extra etwas mehr gekocht. Die übrig gebliebene Suppe bringen Inge und ich einer Familie, die im hinteren Teil des Campingplatzes in einem total heruntergekommenen Wohnwagen lebt. Die Zustände hier sind unbeschreiblich aber die Familie freut sich wie an Weihnachten über unsere Gabe.

 Der Ausklang des Abends ist etwas ungemütlich. Wir haben nur noch 8 Grad und es nieselt. Kein Wunder Kokstad liegt etwa 1.600 Meter hoch in der Nähe der Drakensberge. Vor wenigen Wochen, sagt Inge, hat es hier noch so stark geschneit, dass die Bäume auf dem Campingplatz teilweise umgefallen sind.

 

11. Tag: Scottsburg und 10.000 Krokodile

 Am Morgen überrascht uns wunderschöner Sonnenschein. Die Strecke führt uns heute durch weite Zuckerrohplantagen Richtung Durban wieder runter zum Meer.

 Die Temperaturen steigen langsam wieder an. Auf der Fahrt vernehmen wir plötzlich ein schleifendes Geräusch in der Nähe unseres Rotel-Anhängers. Ich bitte Sepp anzuhalten und siehe da, einer der Reifen an unserem Anhänger hat sich in Wohlgefallen aufgelöst. Gar nicht so ungefährlich,  nur wenige Zentimeter entfernt befinden sich die Gasflaschen unseres Rotels und wir sind schon viele Kilometer unbemerkt auf der Felge gefahren, die sich stark erhitzt hat. Aber auch diese Situation bringt einen Rotelianer nicht aus der Ruhe..Reifenpanne

Gegen 12.00 Uhr erreichen wir die Küste - wieder bei bedecktem Himmel aber angenehmen Temperaturen. Unser Lager schlagen wir auf dem Campingplatz "Undomi" in der Nähe von Scottsburg auf.

Hier befinden wir uns in einer der beliebtesten Ferienregionen von Südafrika, südlich von Durban. Die Vegetation wird langsam tropisch fremdartig und das Meer lädt hier zum Baden ein. Der Campingplatz macht einen sehr gepflegten Eindruck inmitten von tropischen Pflanzen nur 15 Minuten vom Strand entfernt.

Wir haben das erste Mal richtig Schwierigkeiten auf einen Campingplatz zu gelangen. Durch wochenlange Regenfälle ist der Untergrund aufgeweicht und wir drohen einzusinken. Zur Entschädigung werden wir von zwei netten Hunden beim Aussteigen aus dem Bus begrüßt, wie alte Bekannte. Siegi unser Mitreisender, der mit uns die Rückbank teilt, denkt laut: " Die wissen, dass das rote Imbissmobil kommt". Und er hat Recht, einer der Hunde hat den Namen "Steakfresser", da er bei einer unserer Vorgängergruppen vom Grill ein Steak gemopst hat.

Auf dem Nachmittagsprogramm steht für den größten Teil der Gruppe der Besuch der Krokodilfarm "Crocoworld" auf dem Programm. Ganz in der Nähe vom Campingplatz befindet sich die Farm, auf der rund 10.500 Tiere leben (Eintritt rund 10 DM).

 In vielen verschiedenen Arealen findet man alle Sorten von Panzerechsen aus der ganzen Welt. Die Attraktion ist die Fütterung der Raubtiere gegen 14.00 Uhr, wo es richtig rund geht. Beeindruckend ist, dass man sich den Tieren bis auf wenige Zentimeter nähern kann und ihnen mal ganz tief in die Augen blicken kann – selbstverständlich durch einen Zaun getrennt aber immerhin. Zur Krönung des ganzen gibt es im Restaurant des Parks als Spezialität Krokodilsteaks. Krokodilmahl - Lecker

Eine Gruppe von uns wagt das "Experiment" und wir sind alle begeistert. Das Fleisch schmeckt fast wie Geflügel und hat eine Konsistenz wie Edelfisch. Silvia behauptet heute noch, dass dies ihr bestes Essen in Südafrika war. Die Preise sind auch wieder ganz in Ordnung – rund 12 DM für einen großen Teller mit Fleisch und Beilagen satt sowie Getränken.

Der Abend wird wiederum zu einem kulinarischen Höhepunkt. Es gibt gegrillte "Burenwurst" wieder eine Spezialität des Landes, vergleichbar mit Thüringer Bratwurst. Die Frauen bereiten noch einen wunderbaren griechischen Salat zu und das Vergnügen ist perfekt. Vor dem Essen habe ich allerdings noch meine obligatorische Joggingdosis genommen.

 Der Weg zum Strand führt durch ein angenehmes Villenviertel und blühende, duftende Bäume. Immer wieder ist erschreckend, dass die Häuser der einigermaßen wohlhabender Leute verschanzt sind wie Ritterburgen im Mittelalter. Hohe Mauern, Stacheldraht oder gar Elektrozäune zeigen das Problem der hohen Kriminalitätsrate im Land leider ganz deutlich.

 

12. Tag: Nach Durban

 Strahlender Sonnenschein weckt uns am frühen Morgen. Gegen 7.00 Uhr ist es schon 25 Grad warm. Heute geht unser Weg über Durban in Richtung Drakensberge, rund 350 Kilometer weiter. Gegen 10.00 Uhr erreichen wir Durban.

Diese Stadt ist das südafrikanische Urlaubsmekka mit 300 Tagen Sonne im Jahr. Es gibt weite, weiße Strände in Citynähe und das Wasser ist herrlich warm. Die Stadt hat 1,1 Mio. Einwohner und Südafrikas größten Hafen, von der Umschlagsmenge her gerechnet sogar den größten Hafen Afrikas.

 Die Hälfte der Einwohner sind Nachfahren der indischen Arbeiter für die damaligen Zuckerrohrplantagen. Aus diesem Grund gibt es viele sehenswerte indische Märkte und Moscheen. Gandhi hat übrigens lange Zeit in Durban gelebt und "gewirkt".

 Wir planen nur einen kurzen Aufenthalt. In der Stadt angekommen, entschließen wir uns Inge bei den notwendigen Besorgungen für unsere Küche zu unterstützen. Schließlich "schleppt" die Frau die Reisekasse von Rotel fast permanent mit sich herum und Durban ist nun mal kein ungefährliches Pflaster – zumindest abends.

 Mehrere Mitreisende wollen den Indian Market besuchen, der viele Touristen anlockt.

 Zunächst geht es mit dem Taxi in die deutsche Metzgerei, die von einem gebürtigen Passauer geführt wird. Und nach fast zwei Wochen Enthaltsamkeit von deutscher Wurst haut uns das umfangreiche Angebot fast um. Wir genehmigen uns zwei original Leberkäsesemmeln – und ich glaube es sind die besten unseres Lebens. Inge kauft noch Wurst für die Suppe und Hackfleisch für Spaghetti.

 Silvia fällt in einer Ecke der Metzgerei ein Stapel mit frisch gebackenem Christstollen auf. Da morgen der erste Advent ist (kaum zu glauben bei fast 30 Grad) wird dieser natürlich mitgenommen. Die Leute beim Frühstück morgen früh werden staunen.

 Nach dem obligatorischen Getränkeeinkauf haben wir noch Zeit für eine kleine Stadtrundfahrt, exklusiv mit Inge. Die Fahrt beenden wir mit einem Bummel durch die Einkaufsmeile "The Workshop". Hier ersteht Silvia einen sehr schönen Schmuckanhänger mit einem eingefassten  Krügerrand – ein Teil nach dem wir schon die ganze Fahrt über Ausschau gehalten haben.Stadtstrand in Durban

Zurück geht es an die "Goldene Meile". Hier an der Strandpromenade bieten auf 6 Kilometer Länge Hotels, Restaurants und Bars alles was das Herz des Urlaubers begehrt. Wir nehmen unser Mittagessen im Restaurant des "Beach Hotel Pear 107" ein. Ich genehmige mir die von Inge empfohlene Fischplatte "Seafish Symphony" mit allem was das Meer hergibt – umwerfend sage ich nur. Mit einem Stück Fischfilet, das Silvia gegessen hat zwei Bier und zwei Wasser bezahlen wir nicht einmal 25 DM zusammen!

 Gegen 13.00 Uhr treffen sich wieder alle am Bus. Inge fällt ein Stein vom Herzen, dass keiner "verloren" gegangen ist. Die Sehenswürdigkeiten in Durban liegen leider sehr weit auseinander und man verschätzt sich leicht. Vier Stunden sind aber auf alle Fälle zu kurz für diese attraktive Stadt aber man kann in drei Wochen nicht alles sehen und man braucht ja auch einen Grund wiederzukommen.

 Der Bus quält sich nun die Autobahn Richtung Drakensberge hinauf. Hinten bei uns auf der Rückbank wird es fast unerträglich heiß, da unter uns der Motor glüht und es draußen zudem über 30 Grad warm ist. Außerdem muss die Klimaanlage laufend abgestellt werden, da die Ableitung des Kondenswassers hinaus nicht richtig funktioniert und sich regelrechte Wassergüsse auf die Leute, die vor uns sitzen, ergießen. Na ja, der Bus ist schon 11 Jahre alt und hat schon fast eine Million Kilometer hinter sich.

Unordnung im VorzeltFast vier Stunden Fahrt liegen vor uns bis wir gegen 18.00 Uhr den Ort Bergville am Fuße der Drakensberge erreichen. Hier werden wir 2 Tage auf dem Bergville Caravan Park bleiben. Der Campingplatz macht wieder einen sehr ordentlichen Eindruck, alles sehr sauber, riesengroß und in den Waschräumen die obligatorischen Badewannen – ein echter Spleen der Südafrikaner. Duschen sind da in der Minderzahl!

 Silvia freundet sich gleich wieder mit ein paar netten Hunden an, die den Campingplatzverwaltern gehören. Die Hunde hier in Südafrika sind unglaublich verfressen. Stürzen sich auch auf trockenes Brot. Müllschlucker, wie Inge immer wieder zu sagen pflegte.

Zum Abendessen gibt es Tomatensuppe und die Käsewürstchen aus der Metzgerei in Durban. Die Überraschung ist gelungen, die Leute genießen die Teile wie in Deutschland vielleicht ein Stück teuren Räucherlachs. Auch Gerhard, der schräg vor mir sitzt, ein mittlerweile pensionierter promovierter Chemiker der BASF, genießt die Wurst in vollen Zügen. Er hat die vergangenen Nächte von Fleischwurst geträumt. Manchmal gehen Wünsche doch in Erfüllung!

 An diesem Abend sitzen wir noch lange zusammen, weit über die „22.00 Uhr-Schallmauer" hinaus – es ist eine richtig schöne laue Sommernacht. Das frisch gemähte Gras riecht herrlich und am Horizont in Richtung Küste türmen sich wieder riesige tropische Gewitterwolken, die in der Abenddämmerung geheimnisvoll aufleuchten – einer der schönsten Abende überhaupt.

 

13. Tag: Drakensberge

 Heute können wir lange ausschlafen – bis 6.30 Uhr. Leider leiden einige ältere Mitreisende an Schlaflosigkeit und so geht die Unruhe im Rotel schon wieder um 5.00 Uhr los – mich störts mittlerweile nicht mehr. Die Schaumstoffohrenstopfen, Formel 1 erprobt, leisten ganze Arbeit. Auch Bianca, die wie wir neben dem "Schlafterrorist" schläft, hat auf die Schaumstoffstopfen umgestellt. Ich habe ein Paar abgetreten, seitdem schläft das Mädchen wie ein Engel, ist gleich viel besser drauf und hat alle Mordgedanken an den "Quälgeist" neben sich begraben. Man kann es nicht oft genug sagen, Ohrenstopfen sind auf einer Rotelreise fast so wichtig wie frische Unterhosen.

 Beim Frühstück präsentiert Silvia ihre "Trophäen" vom Vortag. Insbesondere der Anhänger mit dem Krügerrand kommt gut an. Aber das Beste kommt ja noch zum Frühstück - hausgemachter, deutscher Christstollen. Ich gebe zu, ich habe noch selten so ein gutes Stück gegessen. Aber nur die Leute an unserem Tisch bekommen was ab.Christstollen zum Frühstück

 Bei wunderschönem Wetter, blauem Himmel und rund 28 Grad geht es von unserem Campingplatz in die Drakensberge ("Drachenberge"). Dieser Höhenzug ist das höchste Gebirge Südafrikas. Es erstreckt sich über rund 1000 Kilometer in Nord-Süd-Richtung vom nordöstlichen Mpumalanga bis in die Provinz Ostkap. Dieser massive Gebirgszug mit seinen Dreitausendern, im Winter mit Schnee bedeckt, bietet tiefe Schluchten, Zinnen, Kämme, Höhlen, Überhänge und wird nicht umsonst in der Sprache der Zulu Quathlamba genannt: "Barriere der aufrecht stehenden Speere".

 

Nach rund einer Stunde Fahrt erreichen wir das Cathedral Peak Hotel. Kristallklares Wasser, mysteriöse Wälder aus Farngewächsen und die schiere Größe der Drakensberg Mountains sind wohl die Gründe für den besonderen, magischen Flair des Cathedral Peak Hotels. Von seiner behaglichen Lage in einem ruhigen Tal aus, haben seine Besucher einen beeindruckenden Ausblick auf eine zerklüftete Gebirgskette.

Wir können den ganzen Tag als Tagesgäste in diesem erstklassigen Hotel verbringen. Hierbei stehen alle möglichen Aktivitäten, die das Hotel anbietet, zur Auswahl. Ein Teil der Gruppe nimmt an zwei geführten Wanderungen teil in verschiedenen Schwierigkeitsgraden. Andere unternehmen eine Reittour und ein kleiner Rest der Gruppe faulenzt den ganzen Tag am wunderschön gelegenen Hotelpool – ein Tag mal ganz "mallorcamäßig".

 Ich entscheide mich für die kleine Tour zu den Felsenzeichnungen der San, einer hier früher lebenden Buschmannsippe.

Die Tour führt über schmale Bergpfade durch die fremdartige südafrikanische Pflanzenwelt, die jetzt hier im südafrikanischen Frühling wunderschön blüht. Auf teilweise recht steilen Pfaden erreichen wir unser Ziel –Zeichnungen aus prähistorischer Zeit, die in der Nähe eines Wasserfalles an Felswänden angebracht sind. Sie zeigen Jagdszenen fast wie man sie aus Südfrankreich kennt.

 Gegen 13.00 Uhr sind wir wieder im Hotel zurück, pünktlich zum Mittagessen. Inge empfiehlt uns das auf dem Holzkohlegrill zubereitete frische Bachforellenfilet. Und ich brauche nicht zu sagen, dass dies die beste Forelle meines Lebens war (rund 7 DM). Nachmittags entschließen wir uns spontan, an einem vom Hotel angebotenen Hubschrauberrundflug teilzunehmen.

 Hoch über dem Hotel befindet sich der Hangar und von unserer Gruppe entscheiden sich sieben Leute für den Rundflug, ich behaupte für rund 80 DM pro Person kann man sonst in der ganzen Welt an keinem Hubschrauberrundflug teilnehmen. Bitte einsteigen zum Rundflug

Lustig ist, dass mich der Pilot nicht fragt wie das Wetter in Deutschland ist, wie das sonst alle Südafrikaner tun, sondern, ob es wirklich wahr ist, dass man in Deutschland auf den Autobahnen so schnell fahren darf wie man will!

Kurz gesagt - der Rundflug ist ein einmaliges Erlebnis. Die Videokamerabesitzer filmen wie wild, leider geben die Fotos, die ich vom Flug gemacht habe, nicht annähernd die Eindrücke wieder, die man erlebt. Ich schwöre mir, so eine Videokamera schaffst du dir auch an.

 Nach rund einer halben Stunde ist der Rundflug beendet; alle sind begeistert, nur Manfred, unser Mann mit dem besten Platz im Bus, ganz vorne hinter dem Fahrer, raunt etwas verloren: "Jetzt habe ich fast den ganzen Flug verschlafen". Kein Wunder -  nach 3 Whisky und 6 Bier in der prallen Mittagshitze, vor dem Flug.

 Gegen 16.00 Uhr geht es zurück zum Campingplatz. Alle sind traurig dieses Traumhotel in Traumlage verlassen zu müssen.

 Auf dem Campingplatz ist schon die Wäsche fertig, die wir morgens den Putzkräften gegeben haben. Für rund 2,50 DM ein ganzer Sack sauber und gebügelt – unglaublich dieses Land.

 Leider wird der Tag mit einer katastrophalen Suppe zum Abendessen beschlossen. Die Suppendosen werden langsam leergemacht – diese Fahrt ist für unseren Fahrer die letzte in Südafrika, da werden die Vorräte wohl aufgebraucht und mal was zusammengeschüttet, was eigentlich nicht zusammengehört. Zum Glück haben wir uns zu Mittag die Bäuche vollgeschlagen aber viele der Mitreisenden ernähren sich ausschließlich von der Rotelküche – unbegreiflich, wenn ich in so ein Land fahre will ich doch auch die landestypische Küche kosten!

 

14. Tag: Richtung Krüger Park

 Es geht früh los bei strahlendem Sonnenschein und 25 Grad. Heute haben wir die zweitlängste Strecke vor uns, fast 550 Kilometer. Nachts soll es schwere Gewitter gegeben haben, ich habe nichts gemerkt – schlafe mittlerweile tief, wie ein Murmeltier.

 Da wir uns langsam dem Krüger Nationalpark nähern schneidet Inge das Thema "Malariaprophylaxe" an. Da sich ein deutscher Urlauber nicht nur sorgfältig vor der Reise über Land und Leute informiert, sondern auch über gesundheitliche Gefahren, sind fast alle Mitreisende gut versorgt und haben auch schon mit der Einnahme von Medikamenten begonnen. Nur leider wird in Deutschland fast ausschließlich "Lariam"-Prophylaxe empfohlen. Ein Mittel, dass nicht geringe Gegenreaktionen zeigt, und das ich bei einer Fahrt nach Kenia selbst sehr schlecht vertragen habe. Glücklicherweise hat uns unser Arzt ein Mittel empfohlen, Malarone, das erst seit kurzer Zeit in Deutschland zugelassen ist, ein ähnlich hohes Wirkungsspektrum zeigt aber weit aus besser zu vertragen ist.

 Zur endgültigen Verwirrung erklärt unsere Reiseleiterin, dass in Südafrika die Einnahme von „Paludrine“ und „Chloroquin“ als Kombinationspräparat vollkommen ausreichend wären. Selbstverständlich neben den anderen Schutzregeln, wie Einreiben mit Mückenschutz (zu empfehlen „Peacefull Sleep-Spray“ ein einheimisches Mittel), Tragen von langen Hosen und Hemden am Abend und Nutzung eines Moskitonetzes über dem Bett. Das Kombipräparat könne man übrigens in allen Apotheken in Südafrika sehr günstig erwerben. Bravo, Verwirrung komplett.

 Die Irritationen arteten bei einigen Reisenden dann so weit aus, dass sie sich nach Einbruch der Dunkelheit Plastiktüten um die Beine banden und Kapuzen aufsetzten, in den Tropen! Auch die Ausstattung der Kabinen mit den Mückennetzen war recht lustig. Viele Reisende sind der Empfehlung von Rotel gefolgt und haben ein Netz gekauft, das genau in die Kabine passt. So weit so gut, aber der Einbau war für die Personen eine Tortour und eine Wissenschaft für sich. Wieder andere hatten ihr normales Moskitonetz, das üblicherweise für ein großes Doppelbett vorgesehen ist, in die kleine Kabine genommen. Nicht wenige kamen am nächsten Morgen nicht mehr ohne fremde Hilfe frei, da sie sich nachts in das Ding verwickelt hatten wie ein Thunfisch im Schleppnetz.

 Die Fahrt heute führt auf der Schnellstraße durch das Gebiet der großen Auseinandersetzungen während der Burenkriege Anfang des 20. Jahrhunderts. Wir durchfahren hier eines der wichtigsten Bergbaugebiete von Südafrika. Überall sind große Kohleabraumhalden zu sehen und fast alle 10 Kilometer führt die Polizei Radarkontrollen durch.

RadarAuch wir werden angehalten, aber nicht wegen einer Geschwindigkeitsüberschreitung. Die Polizisten sind eigentlich nur neugierig, was wir mit dem Riesengerät an Bus und Anhänger so treiben. Die Antwort von Inge: „We are a german group of tourists und want to visit your wonderful country". Die Polizisten fühlen sich geschmeichelt und winken uns noch lange nach.

Über Ermelo erreichen wir gegen 15.00 Uhr Badplaas. In diesem schmucken Städtchen befindet sich eines der schönsten und besten Aventura Resorts in Südafrika, das vom südafrikanischen Fremdenverkehrsamt Satour mehrfach für seine Qualität ausgezeichnet wurde.

 Die Lage vom Badplaas Ressort ist nicht nur schön, sondern auch sehr zentral. Umgeben von den Hlumuhlumu Bergen und dem Embuleni Game Reserve kann man in traumhafter Natur Urlaub machen.

 Badplaas ist überdies bekannt für seine warmen Quellen und bietet mehrtägige Wellness-Programme an. Für die "normale" Freizeit verfügt das Ressort über einen großen Pool und diverse andere Freizeiteinrichtungen. An das Ressort, wo wir diese Nacht verbringen, grenzt weiterhin ein privater Wildpark an, wo mehrere Nashörner leben. Das Ressort ist wirklich unglaublich schön. Riesengroß und ausgestattet mit Hotel, Chalets aller Größenordnung, Ferienhäuser, Campingplatz, Golfplatz eben alles, was das Herz begehrt. Bei meinem abendlichen Joggingausflug habe ich mich fast verlaufen.

Aventura Resort Badplaas !!!!Viele der Mitreisenden nehmen auch die Gelegenheit wahr und nehmen ein Bad in dem zur Anlage gehörenden Mineralbad.

Zum Abendessen gibt es Maccaroni mit Fleischsoße. Inge hat uns gesagt, dass dem Park ein Steakhaus (Mountain Spring Steak Ranch) angeschlossen ist, das seines Gleichen sucht. Gesagt, getan. Mit vier Leuten machen wir uns auf den Weg und für mich als "fleischfressende" Pflanze wird der Abend noch lange in Erinnerung bleiben. Silvia entscheidet sich für ein Filetsteak (400 Gramm), Siegi für ein T-Bonesteak (600 Gramm), Bianca für eine große Mexikanische Platte und ich für ein Rindersteak (600 g Gramm). Alles mit Beilagen und die Steaks werden sogar auf dem Holzkohlegrill zubereitet. Von der Qualität und dem Geschmack her einmalig, superfreundliche Bedienung mit "Fill in Service" (das Mädchen füllt die Gläser unaufgefordert so lange nach  bis man "Stopp" sagt). Wir kippen zusammen mehr als zehn Bier, die Frauen etliche Wasser und sie nehmen auch noch Nachspeise (hätte ich nicht mehr geschafft). Alles zusammen etwas mehr als 50 DM, unglaublich oder?

 Wieder zurück löchern uns jetzt schon fast regelmäßig ein paar Mitreisende: "Na was hat's denn heute wieder gegeben"? Bei den durchweg positiven Antworten blicken wir in neidische Gesichter. Aber seit diesem Tag haben sich unseren Fresstouren auch die drei (rüstigen) Rentner Wilfried, Werner und Heiner aus Ludwigshafen angeschlossen. Die drei waren auch ganz froh, dass sie von ein paar Englisch sprechenden Mitreisenden begleitet wurden, die ihnen das Bestellen abnahmen. Übrigens eine ganz ausgesprochen sympathische Erfahrung die drei (Söhne Mannheims, hat Silvia immer gesagt, auf Grund des starken Akzentes).

 

  15.Tag: Krüger Park

Nachts hat es wieder stark geregnet, aber zum Frühstück wird das Wetter wieder besser.

 Meine Müsliriegel "genießend" sehe ich plötzlich auf dem großen Feld, das zum angrenzenden Wildpark gehört, neben unserem Campingplatz fünf große Tiere. Ich rufe noch scherzhaft: "Nashornalarm", und tatsächlich es ist die kleine Nashornherde, die dort angesiedelt wurde, mit einem nur wenige Wochen alten Nashornkalb

 Alle lassen das Frühstück stehen und holen die Ferngläser. Sehr gut, wir haben also das erste Tier der "Big Five" (als Big Five werden in Afrika Nashorn, Büffel, Elefant, Löwe und Leopard genannt) gesehen.

Heute geht es in den Krüger Nationalpark. Sicherlich einer der Höhepunkte der Reise, und für viele der Hauptgrund diese Reise zu machen. Wir erreichen gegen Mittag das Malelane Gate - eines der Einlasstore des Parks.

 Der Krüger Nationalpark ist mit Recht einer der berühmtesten Wildparks der Welt, er ist daneben einer der größten und ältesten. Im Jahr 1998 feierte der Park sein 100 jähriges Bestehen, denn schon 1898 ließ Paul Krüger, der damalige Präsident der Republik Südafrika, das Sabie Game Reserve einrichten. Das inzwischen umbenannte und großflächig erweiterte Reservat umfasst nunmehr fast 20 000 qkm, ein Gebiet so groß wie Rheinland Pfalz.

Laut Parkverwaltung kann kein anderer Park Afrikas mit einer vergleichbaren Artenvielfalt aufwarten.

 Der größte Nationalpark Südafrikas ist die Heimat für eine imposante Vielfalt von Arten: 336 Baum-, 49 Fisch-, 34 Amphibien-, 114 Reptilien-, 507 Vogel- und 147 Säugetierarten könne man hier antreffen. Neben Löwe, Leopard, Elefant, Büffel und Nashorn, den "Großen Fünf", leben hier auch Gepard, Giraffe, Flusspferd, zahlreiche Antilopenarten und kleinere Tiere.

 Das Management des Nationalparks gilt hinsichtlich des Naturschutzes und der Konservierung als führend in der Welt.

Die Ostseite des Parks grenzt an Mosambik. Immer wieder werden Flüchtlinge, die versuchen über den Krüger Park nach Südafrika zu gelangen, von wilden Tieren angefallen und getötet.

Schon kurz hinter dem Tor sehen wir Giraffen, Zebras und Antilopen. Die Aufregung im Bus ist zunächst groß. Jeder will sein Bild machen, nur leider haben immer nur die Personen auf der einen Seite des Busses das Glück ungestört fotografieren zu können, deshalb gibt es viel Gedränge im Mittelgang, und das gefällt Inge ganz und gar nicht, da bei einem plötzlichen Bremsmanöver diese Leute nach vorne sausen.

 Gegen 12.00 Uhr erreichen wir ein sogenanntes "offenes Camp" das nicht eingezäunt ist – schon ein mulmiges Gefühl. Es gibt Wurst aus Namibia, Gurke, Brot und Bier. Übrigens das Bier aus Namibia "Windhoek Bier" hat mir in Südafrika am besten geschmeckt, kein Wunder es wird nach deutschen Reinheitsgebot in der ehemaligen deutschen Kolonie gebraut.

Den Tag über sehen wir 26 verschiedene Tierarten, hierbei sind auch zwei Löwen, was für besonders große Aufregung sorgt. Gegen 17.00 Uhr erreichen wir das Skukuza Rest Camp, unser Aufenthaltsort für die erste Nacht im Park. Unser Stop ist zunächst nur von kurzer Dauer. Wir hängen nur den Anhänger ab und dann geht es sofort weiter zum Sand River und Sabie River. Ja, bei Reisen mit Rotel gibt es kaum Zeit zum Luft holen – eine Sehenswürdigkeit "jagt" die nächste. Auf der Brücke über den Sabie ist eine der wenigen Stellen, wo man im Krüger Park außerhalb der Lodges aussteigen darf.

 Zwei gelbe Linien grenzen den Bereich ab. Überall sind Schilder, die auf mögliche Gefahren hindeuten. Aber das Erlebnis ist einfach unbeschreiblich jetzt gegen Abend, wenn die Sonne schon tief steht und sich im überraschend wasserreichen Fluss spiegelt. Bei genauerem Hinsehen kann man auch Krokodile und Flusspferde erkennen. Letztere mausern sich zu Silvias Lieblingstieren in diesem Urlaub, was zur Folge hatte, dass wir alle möglichen Souvenirstände nach dem schönsten "Speckstein-Hippo" abgesucht haben – letztendlich mit Erfolg.

 Erschöpft nach so vielen Eindrücken kehren wir ins Camp zurück. Erschöpfung – weit gefehlt – Bianca und Nadine hat das Jagdfieber gepackt. Diese zwei sehr netten jungen Damen aus München haben schon im Vorjahr Namibia bereist und wie es vielen geht (wie uns auch) – hat sie das Afrikafieber gepackt. Die zwei wollen nach dem unglaublich anstrengenden Tag unbedingt noch eine Nachtpirsch dranhängen. Leider mit wenig Erfolg. Sie sehen kein einziges Tier - echtes Jagdpech.

Mittagessen in einem offenem CampDirekt in unmittelbarer Nähe des Rotels wurde ein ehemaliger Bahnhof im viktorianischen Stil zu einem wunderschönen Restaurant mit viel Atmosphäre umgebaut. An einem Gleis steht ein ausrangierter Anhänger - ebenfalls im Stil vergangener Jahrhunderte.

Selbstverständlich verzichten wir bei so einer Gelegenheit auf die Rotelküche und nehmen stilecht mitten auf dem Bahnsteig ein wunderbares Essen ein. Der Koch empfiehlt mariniertes Kudusteak (eine Antilopenart, die sehr häufig anzutreffen ist) – exzellent, für etwa 10 DM pro Portion – schmeckt etwa so wie mariniertes Schweinesteak.

Die drei Ludwigshafener Rentner haben sich uns auch angeschlossen, aber ich glaube denen hat es nicht so geschmeckt -  was der Bauer nicht kennt isst er nicht!

 Siegi kann hierüber nur schmunzeln. Er ernährt sich schon seit zwei Wochen fast ausschließlich von "Biltong", getrocknetes Fleisch, eine Spezialität hier in Südafrika. Dieses Zeug gibt es in allen Geschmacksrichtungen und so ziemlich von allen Tieren hier im Park; man kann es fast überall kaufen. Manfred der "Chemiedoc", der direkt vor Siegi sitzt, ließ sich da auch zu einer lustigen Bemerkung hinreißen: "Siegi kann jetzt bei "Wetten dass" auftreten. – Wetten, dass Siegi fünf Tiere des Krüger Nationalparks am Geschmack erkennen kann".

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