Die Anreise

Samstag der 07.11.2003.

Über das Schwarze Meer, den Iran, Pakistan, Indien und das Andamameer geht es nach Südosten. Zwischenstopp in Singapur nach 11 Stunden Flug bei strömendem Regen – also kein Unterschied zum deutschen Wetter, allerdings hier bei fast 30 Grad. Durch die Zeitverschiebung ist es schon Sonntag, 08.11.2003, 18.00 Uhr, obwohl wir gegen 24.00 Uhr in Deutschland abgeflogen sind. Nach nur einer Stunde Aufenthalt in diesem supermodernen Airport, der wie aus dem „Ei gepellt“ erscheint mit seinen zahllosen Duty-Freeshops, geht es weiter auf die „zweite Etappe“ nach „Down Under“.

Die letzten 7 Stunden nutzen die meisten Passagiere in der 747-400 Jumbo-Jet Longversion der Quantas mit Schlafen. Um 7.00 Uhr montags morgens, nach einem Flug quer über den riesigen australischen Kontinent, setzt die Maschine auf dem Sydney Airport auf – geschafft nach fast 20 Stunden Flug. Geschenkt, wenn man sich überlegt, wie lange man noch vor weniger als 70 Jahren gebraucht hat, um nach Australien zu kommen. Oder aber welch abenteuerliche Reise die Entdecker dieses Kontinentes hinter sich bringen mussten.

Und da kommt einem unweigerlich Captain James Cook in den Sinn, einer der größten Entdecker aller Zeiten. Seine erste Reise begann im August 1768 in England und nach mehr als 1 ½ Jahren erreichte er im April 1770 die Bottany Bay, nicht weit weg vom heutigen Flughafen in Sydney. Cook genießt in Australien den Ruf eines Volkshelden. Fluglinien, Restaurants, Immobilienbüros tragen seinen Namen aber auch auf Einkaufstüten kann man sein Konterfei erkennen. Erstaunlich, da Australien doch fast 150 Jahre früher durch holländische Seefahrer entdeckt wurde. So betrat Dirk Hartog 1616 als erster Weißer das australische Festland, nachdem die Aborigines vor rund 65.000 Jahren den australischen Kontinent als erste Menschen begannen zu besiedeln.

In den darauf folgenden Jahrzehnten des 17. Jahrhunderts trieben sich in dieser abgelegenen Gegend nur wenige Entdecker und Kolonisatoren herum, da immer wieder von unwirtlichen Verhältnissen und somit entmutigenden Ergebnissen berichtet wurde, welche die großen Mächte ihren Schwerpunkt in andere Weltregionen richten ließ.

Dies änderte sich erst Mitte des 18. Jahrhunderts als die Franzosen Kanada an die britische Krone verloren und ernsthafte Anstalten machten den „unbekannten“ Kontinent „Terra Australis“ in der Südsee zu erforschen und kolonisieren zu wollen. Dies ließ die britische Admiralität nicht ruhen und man beauftragte Cook, unter dem Vorwand einer wissenschaftlichen Expedition, in die Südsee zu fahren, um ein astronomisches Ereignis, den Venusdurchgang durch die Sonnenscheibe zu beobachten. Und so wurde die legendäre „Endevour“, ein ehemaliger Kohlefrachter, losgeschickt. Sie fuhr durch den Atlantik, um Kap Horn herum in die Südsee nach Tahiti und Neuseeland bis hierher nach Australien.

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